Was für unterschiedliche Räume gibt es?

Seit 1957 entstanden immer häufiger Räume der Stille, die sich jedoch in ihrer Ausrichtung und Beschaffenheit unterscheiden. Um einzelne Räume einordnen und strukturieren zu können, versuchen wir im Folgenden aus schon vorhandenen Kategorisierungen unsere eigene zu bilden. So haben wir aus den Kategorisierungen von Sabine Kraft1, Karl-Josef Kuschel2 und Gisela Groß3 die folgende Kategorisierung erstellt:

Monoreligiöse Räume der Stille: Die Räume sind Andachtsräume einer einzigen Religion, die mit religiösen Symbolen dieser Religion ausgestattet sind.
  1. Ökumenisch offene kirchlich Räume: In diesen Räumen werden Elemente der Weltreligionen einbezogen, jedoch sind sie in der Deutung auf die biblische Heilsgeschichte aus christlicher Sicht beschränkt.
  2. Integrative Räume der Stille: Hier ist das Nebeneinander von Symbolen verschiedener Religionen bewusst gewollt.
  3. Monotheistisch konzentrierte Räume der Stille: Das Besondere an diesen Räumen ist, dass sie zwar für verschiedene Religionen offen sind, sich jedoch auf die monotheistischen Religionen wie den Islam, das Judentum und das Christentum beschränken.
  4. Multireligiöse Räume der Stille: Diese Räume haben einen zentralen Mittelraum, der neutral, also universal-religiös, gestaltet ist. Außerdem sind für alle Religionen eigene Nischen eingerichtet, die mit Symbolen der jeweiligen Religion ausgestattet sind. Das Ziel dieser Räume ist, dass durch die Nischen eine Wiedererkennung  stattfindet und dass dadurch die eigene Identität gestärkt wird.
  5. Interreligiöse Räume der Stille: In diesen Räumen gibt es keine festen Symbole, sodass er für alle Religionen offen ist und diese in dem Raum gleichberechtigt sind. Dadurch soll das Nebeneinander verschiedener Religionen und Weltanschauungen ermöglicht werden.
  6. Universale (religiöse) Räume der Stille: Diese Räume sind ungeteilt und verwenden Symbole, die von allen Religionen gleichermaßen verstanden werde, sodass sie wiederum eine Gleichberechtigung erfahren.       
  7. Holistische Räume der Stille: Diese sollen die Kompetenz zu einer „Bewusstseins-Modulation fördern und orientieren sich unter anderem an fernöstlichen Meditationsriten.
  8. Universale (nichtreligiöse) Räume der Stille: Diese Räume sollen der persönlichen Meditation und Sammlung dienen und machen dabei keine Anspielung auf irgendeine Religion. 

 

 

1 vgl. Kraft, Sabine: Können interreligiöse Räume funktionieren? Eine Typologie und: Das „Haus der Stille“ (Campus Westend, Frankfurt), in: Erle, Prof. Dr. Thomas/ Leisch-Kiesl, Prof. Dr. Monika (Hg.), Kunst und Kirche, 02/2010. S.32ff.

2 vgl. Kuschel(2010): S.8f.

3 vgl. Groß (2000): S. 66f.

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Eine Antwort zu Was für unterschiedliche Räume gibt es?

  1. JOHANNA SCHEWE schreibt:

    ….das Christentum ist keine Monotheistische Religion!

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