Die Kirche der Stille im Unterricht

Hier soll die Frage beantwortet werde, in wie weit die Kirche der Stille mit einem pädagogischen Konzept verbunden werden kann. Außerdem sollen ansatzweise Vorschläge für ein pädagogisches Projekt genannt werden um dies zu verdeutlichen.

Die Kirche der Stille lässt sich gut mit einem pädagogischen Konzept verknüpfen. Sie kann gut als außerschulischer Lernort dienen, da Klassenbesuche und Führungen möglich sind. Den Schülerinnen und Schülern wird genug Zeit gegeben, den Kirchenraum für sich zu erkunden und die Stille auf sich wirken zulassen. Anschließend steht Pastorin Nauck für Fragen und Anregungen zur Verfügung. In einer Gesprächsrunde können die Schülerinnen und Schüler sich untereinander und mit der Pastorin über ihre Erfahrungen austauschen.

In Verbindung  mit diesem Besuch kann ebenfalls ein Klassenprojekt im Religionsunterricht vollzogen werden. Die Kinder können gemeinsam einen eigenen Raum der Stille planen und dafür die Erfahrungen aus dem Besuch der  Kirche der Stille nutzen. So könnten Fragen, wie: Was ist für einen Raum der Stille wichtig? Wie müsste dieser Raum aussehen? Warum wurde die Kirche der Stille umgestaltet? als wichtige Impulse dienen. Für ein solches Projekt ist es allerdings sinnvoll auch andere Orte der Stille zu besuchen, damit die Kinder verschiedene Eindrücke und Erfahrungen sammeln und Vergleiche ziehen können. Da die Kirche der Stille ein monoreligiöser Raum ist, sollten die Lernenden auch multireligiöse Räume als Orte der Stille kennen lernen, um vergleichen zu können und eine Idealvorstellung von einem Raum der Stille zu erhalten. 

Dieses Projekt ist pädagogisch sehr sinnvoll, da die Schülerinnen und Schüler Toleranz unter Berücksichtigung der eigenen religiösen Wurzeln üben. So müssen sich die Kinder fragen, für welche Religion sie den Raum der Stille gestalten wollen. Außerdem müssen sie sich Gedanken machen, wie sie sich von anderen Religionen abgrenzen wollen, um ihre religiöse Identität zu wahren, ohne dominierend zu wirken und anders Gläubige in der Gruppe zu unterdrücken. Denn bei der Schaffung eines multireligiösen Raums geht es nicht darum, die Grenzen der eigenen Religion zu verwischen, sondern sie in Anwesenheit anderer Religionen deutlich zu machen.1

Des Weiteren wird den Kindern bei der Besichtigung verschiedener Räume bewusst, dass unterschiedliche Religionen friedlich nebeneinander existieren. Dies wird nicht nur symbolisch deutlich, sondern auch durch die Erfahrung, dass Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen nebeneinander beten und in direkten Kontakt zueinander treten.2

Die Schülerinnen und Schüler lernen außerdem verschiedene Religionen und deren Unterschiede kennen. Dies sollte ein wichtiger Bestandteil des Religionsunterrichts sein.3

Für dieses Projekt empfiehlt sich für die Primarstufe, ab der dritten Klasse und Sekundarstufe 1 und 2.4 Dabei kann das Leistungsniveau variabel sein, da es sich um ein offenes Projekt handelt.

Zusammenfassend kann erwähnt werden, dass die Kirche der Stille für ein pädagogisches Projekt sinnvoll ist, wenn diese mit Besuchen anderer Räume der Stille verbunden wird.

1 vgl. Groß S. 71

2 vgl. ebd. S. 71

3 Rahmenplan Religion für die Sekundarstufe 1, S.6f

4 Rahmenplan Religion für die Grundschule, S. 11

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